Salami und Vertrauen

Salami mit ScheibenDie Herren Wulff und zu Guttenberg zeigen, wie man es nicht macht
– ob in der Politik oder in der Unternehmenskommunikation.
Ja, ich spreche von der Salamitaktik (übrigens ein Wort, dass spätestens jetzt auch der letzte Zeitungleser im Repertoire hat).

Wer nur häppchenweise preisgibt, was andere ohnehin schon herausgefunden haben oder argwöhnen, macht sich unglaubwürdig. Selbst, wenn diese Häppchen dann der Wahrheit entsprechen – aufrichtig ist solches Kommunikationsverhalten nicht, denn man wollte ja ganz offensichtlich etwas verbergen. Das schafft Misstrauen.

Was im Umkehrschluss nicht heißt, dass Sie in kritischen Situationen – sagen wir, bei einer Fusion oder Umstrukturierung – mit einem Schlag alles verkünden sollen, was Sie wissen oder gerade in Ihren Gremien diskutieren. Im Frühstadium würde das Ihre Belegschaft unnötig verunsichern; auch die Wirkung auf Kunden und Geschäftspartner wäre kaum zu steuern. Legen Sie aber erst in einer späten Phase alle Fakten auf den Tisch, hieße das wiederum, dass Sie bis dato alles unter Verschluss gehalten haben.

Nein, Kommunikation ist durchaus ein Prozess. Aber eben ein proaktiv gesteuerter Prozess, der neben dem eigenen Anliegen auch die Interessen der Adressaten und deren Bedeutung für das Unternehmen berücksichtigt. Im Rahmen einer sorgfältigen Kommunikationsplanung ist frühzeitig (!) festzulegen, wer wann informiert werden muss, welche Ziele dabei verfolgt werden, wie die spezifischen Botschaften demnach formuliert und mit Fakten unterfüttert werden müssen, welche Medien und Kanäle jeweils die richtigen sind.

Planung und richtiges Timing sind also zentrale Erfolgsfaktoren.
Und eben Aufrichtigkeit – nur sie schafft Vertrauen.