„I see a tall dark stranger…“

Neulich morgens ein Anruf:

„Wir hätten hier eine englische Präsentation zu überarbeiten. Sie wird aber erst Donnerstagabend fertig. Könnten Sie das am Freitag unterbringen? Und was kostet das?“
„Welchen Umfang hat denn die Präsentation?“
„Insgesamt vier Module.“
„Und wie umfangreich ist ein Modul?“
„Das wissen wir noch nicht genau.“

Hm. Leider ist meine Kristallkugel gerade in Reparatur…

Aber mal im Ernst. Wer würde wohl einen Maler fragen, was es kostet, „eine Wohnung zu streichen“? Oder einen Chirurgen, wie lange „eine OP“ dauert? Die Autowerkstatt, wie teuer „die Reparatur eines Wagens“ kommt?

Liebe Nation: Auch Textschaffende brauchen vernünftige Rahmendaten für die Kalkulation! Dazu gehören nicht nur Leistungsart und Umfang, sondern auch: Welches Thema? Welche Textart? Für welches Medium? Welche Zielgruppe? Gibt es dazu schon Entwürfe, Sekundärmaterialien oder frühere Versionen? Und womöglich noch einiges mehr, das ich gerne telefonisch erfragen kann.

„Eine Seite Text“ beispielsweise – das kann eine lückenlos bedruckte Buchseite in 8-Punkt-Schrift sein (also eigentlich eher drei Seiten) oder eine großzügig betippte A4-Seite mit breitem Rand und vielen Fußnoten. Es kann eine komplette, mit viel Liebe formulierte Werbeanzeige sein – oder eine Sammlung von Stichpunkten ohne erkennbaren Zusammenhang.

Wenn ich zu all dem Näheres weiß, dann kann ich den Taschenrechner zücken. Und Ihnen eine fundierte Aufwandsschätzung abgeben oder einen Kostenvoranschlag machen. Auf den können Sie sich dann aber auch verlassen.